Warum haben wir uns für Phelsuma astriata astriata entschieden    
Wir interessieren uns sehr für Tiere und wollten gern einen "Mitbewohner" bei uns
einziehen lassen. Allerdings nicht von der Art "Schoss-Streichel-Tier".
Nein, es sollte eher eine Art sein, die noch nicht so weit verbreitet ist, über die man
sich erst Wissen aneignen muss, die man beobachten und studieren kann ...

Zum Beispiel Reptilien!

Auf unserer Suche stießen wir dabei auf die Geckos! Nun gibt es ja wahrhaftig nicht
wenige Geckoarten.

Als erstes mußten wir uns zwischen Tag- und Nachtgecko entscheiden. Diese Entscheidung
fiel uns nicht schwer. Es sollte auf jeden Fall ein Taggecko sein, denn immerhin wollen wir
ja auch genügend Zeit haben, um unser Tier zu beobachten.

Nach kurzem Stöbern bei google haben wir eine sehr hilfreiche Seite gefunden:
www.ig-phelsuma.de

Dort gibt es u.a. eine Fotogalerie, wo so ziemlich jede Phelsumenart zu finden ist.

Für uns sollte es eine kleine Phelsume mit einer Größe von 10 - 15 cm sein. Aber selbst da
gibt es noch genügend, die in Frage kommen. Vom Aussehen her gefielen uns die schönen
grünen Phelsumen. Nach ausgiebigem Suchen, Stöbern und Recherchieren fiel unsere
Entscheidung auf den kleinen, grün-türkisen, auf den Seychellen lebenden Phelsuma astriata
astriata.

Wir haben uns zuerst für ein Weibchen (Emma) entschieden und dieses im April 2007 von
einer Züchterin erworben.

Seit dem 02.12.2007 haben wir auch ein Männchen (Charly).

Emma und Charly bewohnten vom 24.08.2008 bis Juli 2009 gemeinsam unser erstes großes
Hauptbecken. Da sie sich dann nicht mehr so gut vertragen haben, hielten wir sie bis zum
21.12.2009 in getrennten Becken. Seit 22.12.2009 leben nun beide wieder in einem großen
Hauptbecken, welches durch eine Trennwand in zwei Parzellen geteilt ist. In der Trennwand
ist ein Loch, durch welches beide Tiere zum jeweils anderen gelangen können. Dieses Loch
können wir öffnen und verschließen, je nachdem wie der "Gemütszustand" der Tiere ist.

Unsere erste Nachzucht ist Ende Januar 2009 geschlüpft (mehr dazu unter "Nachzuchten").





Unser Weibchen Emma
 


Unser Männchen Charly




Über die Art Phelsuma astriata astriata:
Kleiner Seychellen-Taggecko -- Tornier, 1901

astriata bedeutet so viel wie: fehlender Streifen; nicht gestreift

Vorkommen:
P. a. astriata findet man auf den Seychelleninseln Mahe, Silhouette, Therese, Astove
und Fregate. Sie leben bevorzugt auf Bananenstauden, Palmen, Kokospalmen, Agaven,
Pandanuspflanzen, aber auch in den Häusern der Einwohner sowie in Hotelanlagen.

Beschreibung:
Diese Phelsumen sind grün und haben eine rötliche Punktzeichnung auf der Oberseite des
Körpers, während die Körperunterseite weißlich gefärbt ist. Auf dem Kopf haben sie eine
V-förmige rote Zeichnung. Die Schwanzoberseite schimmert je nach Lichteinfall in einer
türkisen Färbung.

P. a. astriata erreichen eine Grösse von circa 13 cm. Beide Geschlechter weisen eine
schmale Körperform auf. Sie sind Eileger (Freileger - sie kleben das Gelege nicht an ein
Substrat).

Das Geschlecht eines Tieres ist erst nach ein paar Monaten relativ eindeutig zu erkennen.
Die Männchen sind in der Regel etwas größer als die Weibchen und haben auch einen breiteren
Kopf. Eindeutiger ist der Unterschied im Kloakalbereich zu erkennen. Dort haben die Männchen
die sogenannten Präanofemoralporen. Bilder davon sind in der Fachliteratur zahlreich zu finden.

Von der Art Phelsuma astriata astriata werden in Deutschland momentan nur wenige Tiere
gehalten. Dies führt auch dazu, dass es nicht immer ganz einfach ist, Phelsumen dieser
Art zu erwerben.
Phelsuma astriata astriata sind sehr aktive und neugierige Tiere. Die Weibchen zeigen nach
der Eiablage unter Umständen ein etwas aggressives Verhalten gegenüber dem Männchen.
Ist das Terrarium groß genug und mit ausreichend Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten
ausgestattet, ist diese Verhalten meistens unproblematisch und sollte sich nach ein paar
Tagen wieder legen.
Kommt es jedoch zu ernsten Auseinandersetzungen mit größeren Verletzungen oder legt sich
dieses Verhalten nicht, so dass das Männchen sich nur noch versteckt und gar nicht mehr zu
sehen ist, müssen die Tiere unter Umständen kurzzeitig oder auch generell getrennt werden.
Bei unserem Pärchen traf dieser Umstand nach einem guten halben Jahr friedlichem Zu-
sammenleben sehr plötzlich auf. Wir haben daher beide Tiere getrennt und nach ca. 2
Monaten wieder versucht zusammen zusetzen. Dies ging dann wieder knapp 2 Monate gut,
bis die Auseinandersetzungen und das aggressive Verhalten des Weibchens erneut auf-
traten. Wir haben daraufhin beide Tiere erneut getrennt und ein anderes Hauptbecken ge-
baut. Dieses hat zwei Parzellen, welche durch eine Glaswand mit Loch von einander ge-
trennt sind. Durch das Loch können beide Tiere zueinander, aber nur wenn wir das wollen.
Wir können das Loch also verschließen und bei Bedarf öffnen. So können wir die Tiere
jederzeit ohne großen Aufwand trennen, wenn das Weibchen wieder sehr aggressiv ist.

Da man bei diesen Tieren nie weiß, wie sie sich bei Paarhaltung gegenüber dem Partner
verhalten, sollte man sie als Anfänger lieber erst einmal einzeln halten. Wenn man dann
später zur Paarhaltung übergehen möchte ist ein Ausweichbecken unserer Meinung nach
unbedingt notwendig, um die Tiere im Ernstfall trennen zu können. Oder man legt sich
einfach gleich ein Hauptbecken mit Trennwand und Loch zu, so wie wir (und auch einige
andere Phelsumenhalter) es mittlerweile machen.



Ph. a. astriata Weibchen
 


Ph. a. astriata Nachzucht mit einer türkisen Färbung
und einer schönen rötlichen Punktzeichnung.