Allgemein
Alle Phelsumenarten sind geschützte Tiere und fallen unter das Washingtoner Artenschutz-
abkommen (WA), Anhang II sowie innerhalb Deutschlands unter die Bestimmungen des
Bundesnaturschutzgesetzes, des Tierschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung
(BArtSchV).

Beim Kauf bzw. Verkauf eines Taggeckos muß der Verkäufer einen sogenannten Herkunfts-
nachweis vorlegen. Der Kauf einer Phelsume muß zudem der zuständigen Behörde (in Bayern
z.B. Abteilung "Untere Naturschutzbehörde" beim Landratsamt) unter Vorlage des Herkunfts-
nachweises gemeldet werden.

Vor dem Erwerb von Phelsumen sollte man sich eingehend über die verschiedenen Arten und
deren Ansprüche an Platz, Licht, Wärme und Nahrung informieren. Es kommt erschwerend
hinzu, dass nicht alle Phelsumenarten problemlos zu beziehen sind.

Von der Art Phelsuma astriata astriata werden in Deutschland momentan nur wenige Tiere
gehalten. Dies führt dazu, dass es nicht immer ganz einfach ist, Phelsumen dieser Art zu
erwerben. Weibchen werden dabei häufiger angeboten, als männliche Tiere. Trotzdem oder
gerade deshalb ist es schön und wichtig, diese Art im Terrarium zu halten und zu züchten.

 

Unser P. a. astriata Weibchen Emma
 

Erwerb und Transport:

Beim Erwerb von Phelsumen sollte unter anderem darauf geachtet werden, dass es sich um
Nachzuchten und nicht um Wildfänge handelt (Beleg durch Herkunftsnachweis).

Für den Transport des erworbenen Tieres empfiehlt sich eine möglichst kleine Plastikbox mit
Belüftungslöchern, in der es sich nicht verletzen kann. Die Box kann man mit einem feuchten
Küchentuch (Zewa, zerknüllt) oder einem Blatt einer Pflanze ausstatten (Bambus o.ä. nur ver-
wenden, wenn er nicht verrutschen und dabei das Tier verletzen kann).

Die Transporttemperatur sollte bei etwa 25 °C liegen. Beim Transport im Auto ist die Box
entsprechend zu sichern, damit sie nicht runter fallen kann.
Wir verwenden eine leere Heimchendose oder die kleinste Größe der Faunaboxen.
Die Box stellen wir dann in eine größere Styroporkiste und fixieren sie, damit sie nicht
verrutschen kann (z.B mit Luftpolsterfolie - darauf achten, dass die Lüftungslöcher frei bleiben).

Die große Styroporbox stellen wir hinter den Beifahrersitz auf den Fußboden.
Dort klemmt sie gut fest. Beim Transport in den Wintermonaten legen wir in die äußere
Styroporbox Handwärmer, damit es ausreichend warm für die Tiere ist (nicht zu dicht an der
Transportbox; zu große Hitze vermeiden).

 



P. a. astriata in einer Transportbox
 
Verhalten:

Oft wird Anfängern von der Haltung der Art P. a. astriata abgeraten. Der Grund dafür ist
das unter Umständen aggressive Verhalten des Weibchens gegenüber dem Männchen.
Wir können diese Tiere auf jeden Fall empfehlen, auch für Anfänger. Voraussetzung ist aller-
dings das Beachten einiger wichtiger Hinweise.
In Einzelhaltung sind die Tiere sehr friedlich, wobei die Weibchen meistens aktiver und neu-
gieriger sind als die Männchen. Für Anfänger ist also in jedem Fall zuerst eine Einzelhaltung
zu empfehlen. Nach dem Erwerb des entsprechenden Wissens und der Erfahrung sowie der
Möglichkeit, die Tiere jederzeit sofort wieder trennen zu können, kann man sich später dann
auch an die Paarhaltung wagen (mehr dazu unter "Haltung / Paarhaltung").
Auf keinen Fall zu empfehlen ist eine Gruppenhaltung, da der "Revieranspruch" der Tiere sehr
groß ist und es zu "Revierkämpfen" mit bösen Verletzungen kommen kann.

P. a. astriata sind sehr aktiv und neugierig und damit wunderbar zu beobachtende Tiere.

P. a. astriata können sich bei Stress, oder wenn irgend etwas mit ihrer Umgebung nicht stimmt,
dunkel verfärben. In diesem Fall sollte geprüft werden, ob z.B. Temperatur und Luftfeuchtigkeit
noch in Ordnung sind. Die Dunkelfärbung kann auch dazu dienen, verstärkt Wärme anzuziehen.

 



Emma unterwegs im Terrarium
 

Kalksäckchen / Wachseier:

Kommen Weibchen in das adulte Alter, produzieren Sie im Abstand von ca. 4 Wochen Wachs-
eier. Die Tiere brauchen für die Eiproduktion viel Kalk. Es ist daher notwendig, ihnen diesen
z.B. mittels zerriebener Sephiaschale zur Verfügung zu stellen. Steht dem Weibchen für die
Eiproduktion nicht genügend Kalk zur Verfügung, wird dieser den Knochen entzogen, was zu
Rachitis führen kann.

Der Kalk wird in den so genannten Kalksäckchen gelagert. Diese befinden sich hinter dem Kopf auf beiden Seiten des Halses (siehe Bild rechts).

Nach ca. 25 - 30 Tagen werden die Wachseier abgelegt. Weibchen, die kurz vor der Eiablage
sind, können auch hin und wieder eine Dunkelfärbung aufweisen, wenn sie zum Beispiel vom
Suchen eines geeigneten Eiablageplatzes etwas gestresst sind. Dies dauert jedoch nur sehr
kurze Zeit. Das das Weibchen einen Eiablageplatz sucht erkennt man daran, dass es sehr
aktiv und zum Teil auch etwas hektisch im Terrarium umherstreift und in alle Ritzen und Löcher
schaut.

Wachseier sind unbefruchtete Eier und werden von den Weibchen meist aufgefressen.

 



Unser Weibchen mit ausgeprägten Kalksäckchen

 

Häutung

Die obere Hautschicht von Phelsumen enthält viel Keratin. Wenn die Phelsumen wachsen,
kann sich ihre Haut daher nur bis zu einem bestimmten Punkt dehnen. Wird sie zu "eng",
häuten sich die Tiere. Eine Häutung kündigt sich etwa 1 bis 2 Tage vorher an. Die Tiere
werden blass bis milchig. Das kommt daher, weil sich zwischen der alten und der neuen Haut
Flüssigkeit sammelt. Wenn es dann soweit ist, reiben sich die Phelsumen an rauen Gegen-
ständen im Terrarium, bis die alte Haut einreißt. Durch weiteres Reiben an Blättern, Rückwand
o. ä. wird dann versucht, die Haut abzustreifen. Das Maul und die Pfoten werden dabei ebenfalls zur Hilfe genommen. Die Haut wird in den meisten Fällen von den Phelsumen auf-
gefressen.
Bei unserem Weibchen trafen auch schon die Eiablage und die Häutung zusammen. In diesem
Fall wurde die abgestreifte Haut von ihr nicht gefressen.
Ist die Luftfeuchtigkeit im Terrarium zu niedrig oder auch zu hoch oder hat das Tier zum Häuten
nicht genügend Ruhe, kann es zu Häutungsproblemen kommen.
Auch Stoffwechselstörungen oder Mangelerscheinungen können die Ursache für Probleme beim
Häuten sein. Bleiben bei der Häutung Hautfetzen zurück, ist unter Umständen ein Einschreiten
notwendig. Entsprechende Anleitungen für eine Hilfe sind in den Büchern "Faszinierende
Taggeckos" und "Taggeckos" zu finden (genaue Quellenangabe siehe Impressum).

   


Beim Häuten zwischen den Blättern eines Gummibaumes

Auf jeden Fall sollte man sich vor der Anschaffung eingehend über die Tiere und ihre Haltung informieren und sich entsprechend vorbereiten und ausrüsten.
Unumgänglich finden wir auch die Anschaffung des Buches "Faszinierende Taggeckos" von Gerhard Hallmann, Jens Krüger und Gerd Trautmann.
Hier findet man wirklich alles, was man wissen sollte, wenn man sich für die Haltung von Phelsumen interessiert
.